Tricks der Branche 6: Neuer Trick
Michael Noack am 06.04.2008 21:10 Uhr
Neulich sagte uns ein Kunde, dass er ein Angebot vorliegen hat, bei dem die Farbkopie weniger als die Hälfte kostet als bei uns.
In einer Branche, in der alle mit mehr oder weniger dem gleichen Wasser kochen, klang das eher unwahrscheinlich.
Der Kunde zeigte uns das Angebot und da stand tatsächlich: Farbdrucke 2,5 cent (üblich sind heute so etwa 7 bis 8 cent). Wie kann das sein ?
In einer Branche, in der alle mit mehr oder weniger dem gleichen Wasser kochen, klang das eher unwahrscheinlich.
Der Kunde zeigte uns das Angebot und da stand tatsächlich: Farbdrucke 2,5 cent (üblich sind heute so etwa 7 bis 8 cent). Wie kann das sein ?
Nun ja, es gab auf den folgenden Seiten noch einiges an "Sternchen-Text". Natürlich waren wieder die Klassiker dabei: Kosten für Scans, Begrenzung der Flächendeckung und Ausnahme der elektronischen Bauteile (siehe TdB 5). Aber zusätzlich gab es etwas neues:
Und was liest der Kunde ? 2,5 cent.
Hut ab, nicht schlecht getrickst.
Die Farbkopien/-drucke können ... mit einem Seitenpreis von 2,5 cent berechnet werden. Der Farbanteil wird gemäß dem tatsächlichen Verbrauch pro Seite je 1% je Farbe (4 Farben) mit 0,23 cent berechnet.Das ist interessant. Bei farbigen Dokumenten wie Broschüren mit einigen Bildern oder Farbflächen kommt man leicht auf 20% je Farbe. Bei diesem tollen Angebot kostet dann die Seite (4 x 20% x 0,23 cent) + 2,5 cent = 20,9 cent. An A3 wage ich gar nicht zu denken (41,8 cent ?). Zur Erinnerung: am Markt kostet die Seite 7 oder 8 cent (oft auch A3). Die 7 cent werden schon bei unrealistischen 5% pro Farbe überschritten.
Und was liest der Kunde ? 2,5 cent.
Hut ab, nicht schlecht getrickst.
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29.April 2008 um 16:56 Uhr